Wenn du vor einem Regal voller Buntstifte stehst und einfach nicht weißt, wo du anfangen sollst

Die günstigsten für ein paar Euro, die teuersten für mehrere Hundert. Aquarell-, Öl-, Graphit-, Pastellstifte — jede Verpackung verspricht etwas anderes. Und genau dann taucht dieses Gefühl auf: freudige Aufregung gemischt mit leichter Panik. Welche soll ich nehmen?

Was unterscheidet eigentlich einen Buntstift, mit dem ich zeichnen möchte, von einem Schulstift?

Bevor wir zu den verschiedenen Typen kommen, lohnt es sich, bei einer grundlegenden Frage innezuhalten: Was macht einen guten Buntstift aus? Die Antwort steckt in der Zusammensetzung der Mine. Schulstifte, die wir alle aus der Kindheit kennen, enthalten verhältnismäßig wenig Pigment und viel Füllstoff — günstigere Substanzen, die Volumen geben, aber keine Farbintensität. Künstlerbuntstifte kehren diese Proportionen um. Mehr Pigment, weniger Füllstoff, manchmal zusätzliche Bindemittel, die der Mine einen ganz bestimmten Charakter verleihen. Zeichnen mit einem Künstlerstift ergibt satte, tiefe Farben. Die gleiche Linie mit dem günstigsten Schulstift wirkt blass und ungleichmäßig, und das Auftragen weiterer Schichten hilft kaum weiter. Für jemanden, der gerade erst anfängt zu malen oder auszumalen, ist dieser Unterschied besonders wichtig — denn eine intensive, schöne Farbe belohnt die Mühe sofort und macht Lust auf mehr.

Ich sage nicht, dass günstige Buntstifte schlecht sind. Sie haben ihren Platz — sie sind gut geeignet für Kinder, die den Umgang mit dem Stift üben, für die Schule, für erste Zeichen-Experimente. Aber wenn du vom Ausmalen für Erwachsene träumst, Porträts skizzieren oder deine eigenen Notizbücher illustrieren möchtest, lohnt es sich, etwas mehr zu investieren.

Preis und Qualität — wo liegt die Grenze des Vernünftigen?

Damit kommen wir zur Frage, die am häufigsten gestellt wird: Muss ich wirklich ein Vermögen ausgeben, um gut zeichnen zu können? Zum Glück nicht. Den Markt für Künstlerbuntstifte kann man grob in drei Preissegmente einteilen, und jedes davon hat seine Berechtigung.

Das günstige Segment — hier finden sich Buntstifte von Marken wie Faber-Castell oder Renesans. Ein Set mit zwölf oder vierundzwanzig Stiften kostet zwischen einigen und einigen Dutzend Euro. Die Qualität ist deutlich besser als bei Schulstiften, die Farbe sättigt das Papier auf angenehme Weise, und für das Lernen und tägliche achtsame Zeichnen eignen sie sich sehr gut.

Das mittlere Segment — hier findet man bereits richtig gute Buntstifte. Faber-Castell Polychromos, Derwent Coloursoft. Das Pigment ist deutlich reichhaltiger, die Stifte legen sich samtig auf das Papier. Ein Set mit zwölf Stiften kostet in der Regel zwischen fünfzig und hundertfünfzig Euro. Für jemanden, der seine Kreativität wirklich entfalten möchte, zahlt sich diese Investition schnell aus — denn das Arbeiten mit gutem Material macht einfach mehr Freude und motiviert zu weiteren Sitzungen.

Das Premium-Segment — das sind Stifte für Fortgeschrittene und Profis. Caran d'Ache Luminance. Hier kann ein einzelner Stift mehr als zwanzig Euro kosten, und ein Set mit hundertzwanzig Farben ist ein Ausgabenposten von mehreren Tausend Euro. Das Pigment ist so intensiv und cremig, dass das Schichten von Farben an die Arbeit mit Ölpastell erinnert. Wunderschön, aber definitiv nichts für den ersten Schritt. Obwohl — vielleicht ist es einen Versuch wert, einen einzigen Stift in deiner Lieblingsfarbe zu kaufen und auszuprobieren? Auch das ist eine Form der Achtsamkeit.

Aquarellbuntstifte — wenn Zeichnen zum Malen wird

Jetzt komme ich zu meinen Lieblingen: den Aquarellbuntstiften. Sie verbinden das Vertraute und Einfache — das Zeichnen mit einem Stift — mit etwas Magischem: Es genügt, mit einem feuchten Pinsel über eine gezeichnete Linie zu fahren, und die Farbe zerläuft wie Aquarell.

Aquarellbuntstifte haben eine Mine, die mit wasserlöslichen Pigmenten angereichert ist. Du kannst sie trocken verwenden, ganz wie normale Buntstifte, und erhältst eine schöne, satte Zeichnung. Du kannst aber auch den Pinsel anfeuchten und die Farbe verwischen — dann verwandeln sich die Linien in zarte, transparente Farbflächen, fast wie mit Aquarell gemalt. Oder du kannst auf feuchtem Papier arbeiten, den Stift direkt aufsetzen und beobachten, wie sich die Farbe von selbst ausbreitet. Jede Technik ergibt einen völlig anderen Effekt.

Für jemanden, der mit dem Malen beginnen möchte, aber Angst vor reinen Aquarellfarben und Pinseln hat, sind Aquarellbuntstifte die ideale Kombination: die Kontrolle eines Stifts und die Leichtigkeit von Farbe. Ich empfehle sie besonders denen, die das Ausmalen als eine Form der Achtsamkeit und Meditation schätzen — denn die Arbeit mit Wasser verlangsamt, zwingt zum Beobachten und dazu, den Prozess zu genießen.

Statt eines Fazits — eine Einladung

Die Wahl der Buntstifte muss keine perfekte Entscheidung sein. Sie kann der erste Schritt in ein schönes, langes Abenteuer sein, bei dem du dich irren, experimentieren und deine Lieblingsmarken und -techniken entdecken wirst. Du kannst mit dem günstigsten Set Aquarellbuntstifte und einem feuchten Pinsel beginnen, oder du greifst gleich zu Stiften besserer Qualität — wähle die, deren Farben dich ansprechen. Vielleicht stellst du dir auch dein ganz eigenes Set zusammen, dessen Farbtöne du einzeln kaufst — denn der beste Buntstift ist der, den du tatsächlich in der Hand hältst und benutzen möchtest.

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Über die Autorin
Agnieszka Litworowska
Gründerin von Bobogna Edu Art

Mein Name ist Agnieszka und ich lade Sie in meine Welt der Achtsamkeit und Kreativität ein – in einen Raum, der ganz auf Sie zugeschnitten ist.

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